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7 Dez 2008

Witsius III.5: Über den wirksamen Ruf.

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

Megafon

Was ist der wirksame Ruf? Es ist „der Vorgang, durch den diejenigen, die von Gott erwählt und von Christus erlöst sind, herzlich eingeladen werden, und wirksam aus einem Zustand der Sünde in eine Zustand der Gemeinschaft mit Gott in Christus gebracht werden, sowohl äußerlich als auch innerlich.“ Es gibt einen unterschied zwischen dem wirksamen Ruf und dem äußerlichen Ruf.

Die äußerliche Bekundung der Macht Gottes, welche die Menschen ohne Ausrede zurück lässt wird durch natürliche Offenbarung verkündigt. Die Botschaft der Offenbarung in der Natur (Ps 19,1-4) ruft dazu auf dem Himmel und der Ewigkeit nachzujagen, und Gott zu suchen. Darin wird uns auch gezeigt, dass es wegen der Geduld (2.Petr 3,9) und der Güte (Röm 2,4) Gottes Hoffnung darauf gibt, sich einmal an Gott zu erfreuen. An Gott können wir uns nicht freuen, solange bis wir Reinheit und Heiligkeit verfolgen.

 

Die Wirksamkeit der natürlichen Offenbarung hat allerdings ihre Grenzen. Sie sorgt zwar dafür, dass jeder ohne Ausrede zurückbleibt, reicht aber für die Rettung nicht aus.

 

Der äußerliche Ruf Gottes im Evangelium zur Rettung wird durch spezielle (nicht natürliche) Offenbarung verkündet. Die natürliche Offenbarung bietet dort den Hintergrund für die spezielle Offenbarung, wo sie für die Rettung notwendig ist (Röm 10,14). Der Ruf des Evangeliums erschallte im Verlauf der Geschichte auf verschiedene Arten und in verschiedenen Graden. Dennoch war er nie universell, da manche ihn nie gehört haben (z.B. der Eingeborene im afrikanischen Urwald). Der Ruf beinhaltet das Gebot an Christus zu glauben. Damit der äußerliche Ruf der speziellen Offenbarung rettend wirken kann muss er durch einen innerlichen Ruf begleitet werden. Erst dann wird er wirksam. Der innerliche Ruf Gottes ist die Ausführung von Gottes unendlicher Macht, durch die er die Seele so sanft wie kraftvoll bekehrt. Dieser innerliche Ruf steht mit der Freiheit des Menschen nicht in Konflikt, sodass sie zu Marionetten werden, sondern verändert den Willen durch ein neues Herz. Um dies zu verstehen muss man zwischen den allgemeinen Wirkungen des Geistes und den moralischen und übernatürlichen Wirkungen des Geistes unterscheiden. Der Geist ist wegen der moralischen Verderbtheit der Menschen betrübt (eine Anpassung, die in biblischer Offenbarung stattfindet), aber in Seinem übernatürlichen Wirken erfüllt er beständig Seinen Willen

4 Dez 2008

Witsius III.4: Über Erwählung.

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

Ewählung muss definiert werden als „der ewige, freie und unwandelbare Ratschlus Gottes über die Offenbarung der Herrlichkeit seiner Gnade in der ewigen Errettung von einigen bestimmten Personen.“

Einige beachtenswerte Eigenschaften:

  • Erwählung ist der Ratschluss oder die Anordnung Gottes (2.Tim 1,9; Eph 1,11; Röm 8,28; 9,11). Es ist wichtig zwischen der inneren und äußeren Erwählung, d.h. zwischen der unsichtbaren und sichtbaren Kirchen zu unterscheiden. Dies hat auch bestimmte Auswirkungen darauf, wie man den Bund der Gnade versteht.
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  • Erwählung ist personengebunden. Sie besteht nicht in einem allgemeinen Ratschluss, sondern in der Bestimmung bestimmter Personen dazu, gerettet zu werden. Der Ausdruck „vorherbestimmen“ bedeutet eine Person herauszuheben und zu bestimmen (Apg 17,31; 10,42; röm 1,4; Lk 10,20; Phil 4,3; 2.Tim 2,19; Joh 13,18).
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  • Erwählung ist ewig (Apg 11,18; Eph 1,11+4; Offb 13,8; 17,8; 2.Tim 1,9; 2.Thes 2,13).
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  • Erwählung ist auch bedingungslos an den Ratschluss gebunden. Die Schrift bestätigt, dass der freie Wille Gottes der oberste Beweggrund und Auslöser der Erwählung war (Mt 11,26; Lk 12,32; Röm 9,21). Nach der Schrift ist nicht etwas Gutes im Menschen, das von Gott verhergesehen wurde, der Beweggrund für Erwählung (Röm 9,11; 2.Tim 1,9)
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  • Der Zweck oder das Ergebnis von Erwählung ist Glaube, Heiligkeit und dergleichen. Sie können nicht der Grund sein (Eph 1,4; Joh 15,16; 2.Thes 2,13).
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  • Auch ist Erwählung unwandelbar, den Unveränderbarkeit gehört zu allen Anordnungen Gottel im Allgemeinen (Jes 14,27; 46,10; Röm 9,19).
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  • Gottes Ratschluss hängt nicht an einer Bedingung. Wenn er eine Bedingung einschließt, so ist diese gleichzeitig mit beschlossen. Die Schrift schreibt der göttlichen Erwählung Unveränderlichkeit zu (Röm 9,11; 2.Tim 2,19; Jes 49,15-16; Offb 3,5; Jes 4,3).
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  • Erwählung und Gewissheit sind zusammengeknüpft. Gewissheit wird erst durch Gottes Erwählung ermöglicht, ohne die wir niemals unserer Rettung gewiss sein könnten.
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Um zur Gewissheit der Erwählung zu kommen müssen wir die Kennzeichen der Erwählung für uns geltend machen. Diese Kennzeichen sind:

  • wirksamer Ruf durch das Wort und den Geist Gottes (Röm 8,30)
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  • Glaube an Gott und Christus (2.Thes 2,13)
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  • Hass des Bösen (2.Tim 2,19)
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  • das aufrichtige und beständige streben nach Heiligkeit (Eph 1,4; 2.Thes 2,13)
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  • das inwendige Zeugnis des Geistes (Röm 8,16; Eph 1,13)
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1 Dez 2008

Witsius III.3: Über die unterschiedlichen Haushaltungen oder Dispensationen im Bund der Gnade.

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

Wir haben gesehen, dass es unübersehbare Gemeinsamkeiten in den beiden Testamenten gibt. Trotzdem sind da auch noch einige Unterschiede, sonst gäbe es ja auch kein Altes und ein Neues Testament. Der Unterschied besteht in der Verwaltung, nicht im eigentlichen Inhalt der Testamente. Hier soll es also um die ‘umstandsbedingten’ Unterschiede der Testamente gehen.

Im Alten Testament war das verheißene Land ein Unterpfand für den Himmel. Die Bindung an die Elemente der Welt war ein Faktor, und der Ausschluss der Heiden führte dazu, dass Israel sich mehr auf sich selbst konzentrierte als “nach außen” zu schauen. Es scheint auch ein geringeres Ausmaß im Wirken des “Geistes der Gnade” gegeben zu haben, da es auf die Führer einer bestimmten Nation und bestimmte andere Personen beschränkt war.

In Neuen Testament weitet sich solche Gnade aus und auch das Ausmaß des Geistes erweitert sich. Heiden werden zu Miterben, Christen erleben die Realität christlicher Freiheit und das Vorhandensein von überreichlicher Gnade zeigt sich in den missionarischen Anstrengungen. Das alte Testament lässt sich in folgende unterschiedliche Dispensationen gliedern:

 

  • Adam bis Noah
  • Noah bis Abraham
  • Abraham bis Mose
  • Mose bis zum Neuen Bund

28 Nov 2008

Witsius III.2: Über die Einheit des Bundes der Gnade hinsichtlich des Inhaltes.

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

Entgegen den Annahmen des Dispensationalismus gibt es eine Einheit des Bundes der Gnade. Die alten und neuen Bündnisse unterscheiden sich in Bezug auf die ‘Umstände’. Was allerdings den ‘Inhalt’ der alten und neuen Bündnisse betrifft sind sie gleich.

Die Einheit zwischen den Alten und neuen Testamenten besteht in Kontinuität. Das selbe und einzige Ewige Leben wurde denen in beiden Bündnissen versprochen. Das alte Testament präsentiert keine andere Möglichkeit der Errettung wie im Neuen Testament. Zum Beispiel gibt es sowohl im NT (Joh 5,39; Apg 24,14-15; Mt 22,29) als auch im AT Hinweise auf die Auferstehung (1.Mose 49,19; Hiob 19,25-27; Dan 12,2). Gläubige im AT wurden genauso wie im NT durch Christus gerettet (Apg 15,11; Hebr 13,8; 9,15; vgl. auch die notwendige Schlussfolgerung von Joh 14,6; Apg 4,12)

Gläubige im AT wurden wie im NT mittels des Glaubens gerettet (Hab 2,4; 1.Mose 15,6; Ps 2,12; Jes 27,5; Hebr 11). Der Glaube von Heiligen im AT war kein “allgemeiner Glaube” sondern ein Glaube an Christus – die einzige Möglichkeit, wie ein Mensch gerettet werden kann (Joh 8,56; Hebr 11,26; 1.Petr 1,11).

Dies kann sehr gut in Gal 3,23 gesehen werden: ‘Glaube‘ kann hier nicht als etwas Neues verstanden werden, weil Paulus uns auf Abraham als Beispiel verweist (Gal 3,6-9). Glaube in die vollbrachte Erlösung wird der Hoffnung der alttestamentlichen Heiligen gegenübergestellt.

28 Nov 2008

Für wen starb Christus?

Beitrag von Matthias Viraureus. 1 Kommentar

Antwort: Für Gott. 

“Und sie singen ein neues Lied und sagen: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet worden und hast durch dein Blut für Gott erkauft aus jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk und jeder Nation” (Offb 5,9 ELBERFELDER)

 

Song zum Thema: 

25 Nov 2008

Witsius III.1: Über den Bund Gottes mit den Auserwählten.

Beitrag von Matthias Viraureus. 2 Kommentare

Die Parteien, die sich im Bund der Gnade gegenseitig verpflichten sind Gott und die Auserwählten. Von sündigen Menschen muss Gott in diesem Bund als in Sich selber in allem genügsam angesehen werden. Er ist barmherzig und gnädig gegenüber dem sündigen Menschen (2.Mose 34,6-7). Er ist gerecht darin, mit Sündern in eine Beziehung zu treten. Seine Weisheit befähigt ihn mit Sündern in Beziehung zu treten, weil er dadurch genau weiß wie er eine heilsame Beziehung eingehen kann (Eph 3,10).

Die Auserwählten müssen als verlorene, elende Sünder betrachtet werden (Tit 3,4-5). Sie werden von Gott zu Gnade und Herrlichkeit erwählt und sie sind diejenigen, für die Christus starb.

Die Rollen, die Vater, Sohn und Heiliger Geist bei der Erlösung von Menschen spielen werden ‘haushälterische’ (economic) Rollen der Dreieinigkeit genannt.

  • Der Vater, als der hauptsächliche Urheber der Erlösung (2.Kor 5,19) berief die Erwählten dazu seine Erben und Miterben seines Sohnes zu sein (Röm 8,17).
  • Der Sohn ist der Mittler, Erblasser und Austeiler (Joh 10,28) aller Segnungen, die durch sein Einschreiten erworben wurden.
  • Der Geist wendet die Segnungen auf die Auserwählten an, bestätigt und versiegelt sie.

 

Der Bund mit den Auserwählten ist auf die unsichtbare, geistliche Gemeinschaft des Gnadenbundes beschränkt. In diesem Teil des Bundes ergehen Verheißungen an sie. Die Erlösung selber und die Mittel dazu werden ihnen versprochen (Jer 31,33). Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass im Bund der Gnade die Auserwählten Segnungen aufgrund von Verheißungen erhalten, die Verworfenen aber, die mit Gott im Bund stehen erhalten als Flüche Folge.

Zwischen den Verheißungen im Bund der Werke und denen im Bund der Gnade gibt es wichtige Unterschiede:

  • Im Bund der Werke wurde nur Ewiges Leben verheißen
  • Im Bund der Gnade werden Ewiges Leben UND die Mittel es zum Empfangen verheißen

Es gibt Bedingungen um die Segnungen des Bundes der Gnade zu erhalten. In diesem Zusammenhang ist es notwendig, das Wesen einer Bedingung zu definieren: Eine Bedingung ist die Handlung, welche, wenn sie ausgeführt wird, dem Menschen das Recht auf Belohnung gibt. Entsprechend dieser Definition gibt es im Bund der Gnade keine Bedingung. Kein Mensch hat das Recht auf die Belohnung. Der Bund der Gnade ist ein einseitiger Bund, der auf souveräne Weise von Gott verwaltet wird. Was auch immer als Bedingung erdacht werden kann, es ist alles in der Gesamtheit der Verheißungen eingeschlossen. Daher sind diese “Bedingungen” nicht so sehr Bedingungen des Bundes sondern der vielmehr Bedingungen der Gewissheit, dass wir im Bund bleiben.

Die Rolle des Glaubens im Bund der Gnade ist als Mittel zur Gewissheit sehr wichtig. Ewiges Leben wird alles verheißen, die glauben genauso wie es denen verheißen war, die im Bund der Werke gehorchten. Der Glaube kann als nicht rechtmäßig eine Bedingung genannt werden. Der Glaube ist die Art und Weise, das Instrument oder Mittel wodurch wir die Verheißungen des Ewigen Lebens erhalten. Der Unterschied zwischen Gehorsam im Bund der Werke und Glaube im Bund der Gnade besteht im Unterschied zwischen ‘geben’ und ‘empfangen’. Dennoch gibt es immer noch Drohungen im Bund der Gnade. Diese werden vom Gesetz abgeleitet, aus dem jeder Fluch hervorgeht.

22 Nov 2008

Witsius II.10: Wie Christus die Sakramente gebrauchte.

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Es ist wichtig, die Rolle der Sakramente im Leben Christi zu studieren, weil sie uns helfen das Wesen des Bundes der Erlösung zwischen Ihm und dem Vater (s. o.) zu erkennen. Der Gebrauch der Sakramente war keine Frage von Wahlfreiheit, sondern eine auferlegte Pflicht, die zur Gerechtigkeit zu erfüllen war, wie er es auch Johannes dem Täufer erklärte.

Für Christus waren die Sakramente Zeichen und Siegel des Bundes zwischen Gott dem Vater und Gott dem Sohn. Dadurch wurden die Segnungen der Erlösung für Seine Kirche selbst aufgezeigt und die Tatsache, dass sie Christus verheißen waren. Als Folge dieser Verheißungen versprach Christus treu die Auserwählten zu erlösen.

Die Sakramente, die Christus empfing waren:

  • Beschneidung
  • Taufe
  • Passahmahl
  • Abendmahl

Christus steht im Zentrum des Übergangs zwischen den alttestamentlichen und den neutestamentlichen Bundessakramenten und nahm vor Gott an allen teil. Nicht weil er sündig war und Vergebung brauchte, sondern weil Er der Herr über diese Sakramente ist und sie für unser Wohl eingesetzt hat. Auf diese Weise erfüllte er auch alle Gerechtigkeit in Seinem Bündnis (oder Übereinkunft) mit dem Vater.

19 Nov 2008

Witsius II.9: Über die Personen, für die Christus eintrat und Genugtuung erwirkte.

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Ein bestimmtes Sühneopfer ist der Eckstein für den Bund der Erlösung und seine Ausführung. ChristiGenugtuung war ausreichend für alle, obwohl die Schrift die theoretische Möglichkeit für Christus alle Menschen zu erretten nicht erwähnt.

Die Schrift legt stattdessen dar, was genau Christus tat. Trotzdem ist die Bemerkung wichtig, dass Christus als Mensch alle Menschen nach dem Gebot liebte. Ebenso brachte die Genugtuung Christi auch viel Gutes sogar für die Verworfenen, zum einen in den Auswirkungen auf die Gesellschaft allgemein und zum anderen in dem, was man “Gemeine Gnade” nennt. In Bezug auf die Reichweite des Evangeliums und des Sühneopfers, wie es den Menschen angeboten wird, wird das Evangelium allen frei, ohne Unterschied angeboten.

Aber obwohl diese Wahrheiten über die allgemeinen Auswirkungen des Todes Christi für die Welt wahr sein mögen, starb Christus nur für die Auserwählten.

In der Schrift gibt es ausreichende Unterstützung für die Lehre vom bestimmten Sühneopfer. Das “alle” in 2.Kor 15; Hebr 2,9; Kol 1,20 und 1.Tim 2,6 ist auf die Auserwählten begrenzt, was bedeutet, dass exegetische Arbeit für das Verständnis dieser Passagen notwendig ist. Der begriff “Welt” in solchen Passagen wie 1. Joh 2,2 bezieht sich auf auf “die Gesamtheit der Gläubigen oder der Auserwählten”.
Ausdrücklich spricht die Schrift darüber, dass Christus für seine Schafe, seine Gemeinde, seine Leute, und sein bestimmtes Volk starb (vgl. Joh 10,15; Apg 20,28; Eph 5,25; Tit 2,14). Was beim Erlösungswerk vollbracht wurde geht nur so weit, wie seine Anwendung. Das bedeutet, dass es nur für die Auserwählten angewendet werden kann und für sie alleine bestimmt war (Tit 2,14). Das vollbrachte Heilswerk macht die Anwendung erforderlich, wie es in den Worten “Lösegeld” und “erkaufte” zum Ausdruck kommt. Ebenso erscheint der Gebrauch der Ehe um die Beziehung zwischen Christus und der Gemeinde zu beschreiben durchschlagend in seiner typologischen Anwendung (Eph 5,25).

Die Opfer im Alten Testament (ein Bild des Opfers Christi) waren für Israel alleine bestimmt, nicht für alle Leute. Zu sagen, dass Christi Opfer für alle Menschen gilt ist lächerlich, denn ein Christus, der für die Verworfenen sterben muss wäre der Weisheit, Güte und Gerechtigkeit Gottes nicht würdig.

19 Nov 2008

Zitat der Woche

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“Die Lehre, dass man kirchliche Bußstrafen in Strafen des Fegefeuers umwandeln könne, ist ein Unkraut, das augenscheinlich gesät wurde, als die Bischöfe schliefen.”

(Martin Luther)

16 Nov 2008

Witsius II.8: Über die Notwendigkeit der Genugtuung Christi.

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War Christi Genugtuung notwendig oder hätte es auch auf einem anderen Weg funktioniert? Bei dieser Streitfrage geht es nicht die absolute Macht Gottes. Wir dürfen nicht fragen, ob es Gott in seiner Macht möglich gewesen wäre die Menschen auch auf andere Weise zu retten. Damit würde man die göttliche Offenbarung verwerfen. Gott kann nur das tun, was auch in Übereinstimmung mit seiner Heiligkeit, Gerechtigkeit, Wahrheit und im Einklang mit seinen restlichen Eigenschaften steht.

Worum es eigentlich geht ist die Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Geschah die Genugtuung Christi für die Erlösung der Auserwählten lediglich zu Gottes Wohlgefallen oder war sie notwendig um seiner Gerechtigkeit und Heiligkeit genüge zu tun?

Folgendes kann als Argument für die Notwendigkeit der Genugtuung vorgebracht werden:

  1. Eine unnötige Genugtuung steht im Gegensatz zu Güte, Weisheit und Heiligkeit Gottes.
  2. Eine unnötige Genugtuung schwächt die Betonung ab, welche die Schrift auf die große Liebe Gottes in der Hingabe seines Sohnes legt.
  3. Christi Genugtuung war eine Bekanntmachung der Gerechtigkeit Gottes, die nicht umgestoßen werden kann (Röm 3,25).
  4. Tieropfer konnten Sünde nicht sühnen (Hebr 10,1+4+11). Dies konnte nur das Opfer Christi.
  5. Aus Hebr 10,26 lässt sich schließen, dass für Vergebung ein Opfer notwendig ist.
  6. Die notwendige Genugtuung Christi verherrlicht die Eigenschaften Gottes.
  7. Die notwendige Genugtuung Christi fördert christliche Frömmigkeit.
  8. Die notwendige Genugtuung Christi schmälert keine von Gottes Eigenschaften.
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