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16 Dez 2008

Witsius III.8: Über Rechtfertigung.

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

Was besagt das Wort „rechtfertigen“?
Wenn wir es im normativen Sinn benutzen, so bedeutet es „verrechnen, erklären, oder erweisen“ (Ps 82,3; 5.Mose 25,1; Spr 17,15; Jes 5,22-23; Ps 51,4; Mt 11,19; Lk 7,29). Es wird auch im Zusammenhang von bestimmten Taten von Menschen gebraucht (Ps 106,30-31; Jer 3,11; Hes 16,31). Es wird in Bezug auf den Zustand eines Menschen gebraucht. Im Sinne einer hilfreichen Definition für die Erlösung meint „rechtfertigen“ „eine richterliche, aber auch gnädige Tat Gottes, wodurch der auserwählte und gläubige Sünder von der Schuld seiner Sünde freigesprochen wird, und aufgrund des Gehorsams Christi ein Recht auf ewiges Leben zuerkannt bekommt. Dies wird durch Glauben empfangen.
Gott ist der Richter, der einen Sünder gerecht spricht. Gott der Vater (Röm 8,33; Jes 43,25; Jak 4,12; Röm 3,6), Gott der Sohn (Joh 5,22+27; Mt 9,2) und der Geist wendet die Erlösung auf die Gläubigen an und versiegelt sie (1.Kor 5,21). Es gibt nichts, was wir zur Gerechtigkeit Christi für unsere Rechtfertigung hinzufügen (Gal 2,21).

Die Art der Rechtfertigung besteht in der Entbindung von Ungerechtigkeit und der Zuerkennung von Gerechtigkeit, was die Vergebung der Sünden und das Recht auf ewiges Leben einschließt. Das Werkzeug, durch das wir die Gerechtigkeit Christi und die Rechtfertigung empfangen ist allein der Glaube (Gal 2,16; Röm 3,28). Wir werden nicht in dem Sinn durch Glauben gerechtfertigt, dass der Glaube den Gehorsam ersetzt, denn der Glaube ist genau genommen keine Bedingung für die Rechtfertigung. Die reformierten Bekenntnisse drücken das im bestimmten Sinn anders aus. Der Glaube ist nicht ein Werk, das die Rechtfertigung verdient. Vielmehr ist die Bedingung für Rechtfertigung vollkommener Gehorsam (der in Christus erfüllt ist).

 

Die Überzeugung der Reformierten sieht so aus: Der Glaube rechtfertigt,

  • weil es das Band der engsten Einheit mit Christus darstellt, durch das alles was Christus gehört auch in unseren Besitz übergeht
  •  

  • weil er die Annahme des angebotenen Geschenkes darstellt, und somit die Schenkung fest und unwiederufbar macht.
  •  

 

In der Anwendung der Lehre von der Rechtfertigung wird die Herrlichkeit Gottes, seine Güte, Gerechtigkeit und Weisheit gezeigt. Sie sollte dazu führen, dass der Sünder alles Rühmen aufgibt (Jes 64,6; 1.Kor 4,7).

16 Dez 2008

Wer oder was ist die Kirche?

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

Caspar Olevian (1536-87) gibt uns die Antwort: 

Was glaubst du dann, wann du bekennest: Ich glaub eine Hl. allgemeine christliche Kirche? 

Ich glaub, daß der Sohn Gottes aus dem ganzen menschlichen Geschlecht, welches in Sünden und im ewigen Tod ist, von Adam an bis zum Ende der Welt, ihm ein Volk, das er zum ewigen Leben aus Gnaden ohne allen Verdienst auserwählet hat, sammlet, welches er durch die Predigt seines Worts und kraft seines Geistes jetztunder in diesem Leben auferwecket von dem ewigen Tod, durch den Glauben an ihn, wie er selbst bezeugt (Joh. 5 Kap. Vs. 25): Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stund, und ist schon jetzt, daß die Toten werden die Stimme des Sohns Gottes hören, und die sie hören werden, die werden leben (Item. Eph. 2). Er macht auch einen ewigen Bund, und verlobt sich mit diesem Volk als mit seiner Braut, daß sie sein Leib sei in wahrem Glauben durch das Zeugnis des Hl. Evangelii und Bundszeichen des Hl. Taufs: verspricht ihr, daß er ihrer Sünden in Ewigkeit nicht will gedenken (Hof. 2 Vs. 19; Esa. 54 Vs. 8; Jer. 31 Vs. 34), darum daß er sich selbst für sie gegeben hat, und daß er sie täglich will heiligen, bis daß er sie endlich an Leib und Seel rein und ohne Makel ihm selbst heilig darstelle, und daß sie in Ewigkeit mit ihm leben und regieren soll, und dasselbig alles aus Gnaden: Darum daß er sie geliebet hat, und hat sich selbst für sie dargegeben (Eph. 5 Vs. 25).

Dieser Kirchen oder des Volks Gottes Glied glaube ich daß ich auch sei, und ewig bleiben werde (Joh. 10 Vs. 28); dieweil ich in Christum glaub, und auf seinen Namen getauft bin, und vertröst mich der Verheißung: Wer da glaubt und getauft wird, soll selig werden. Ich glaub und bin getauft: So folgt daß ich soll selig werden. Das und kein anders: Dann Christus hats also verheißen. 

(Auszug aus dem Gnadenbund Gottes)

Obwohl sprachlich nicht auf dem aktuellsten Stand, spiegeln diese Aussagen doch eine Perspektive auf die Kirche wieder, die wir selbst immer wieder wahrnehmen müssen, um nicht an uns selbst und unserer Schwachheit zu verzweifeln. Die Kirche ist das Werk Gottes, die Erfüllung seines Heilsplanes, ein Volk aus “dem ganzen menschlichen Geschlecht”, das Er sich zum Eigentum erkauft hat. Wir haben die Zusagen Gottes, einen ewigen Bund samt seinen Zeichen und die Zuversicht, “in Ewigkeit mit ihm [zu] leben und [zu] regieren. 

15 Dez 2008

Unsere Gottesdienste müssen sucherorientiert sein!

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

 

Joh 4,23: Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. 

Wer hat das letzte Sagen, wenn es darum geht wie wir den Gottesdienst gestalten? Es ist derjenige, der Anbeter sucht. Er ruft seine Gemeinde zum Gottesdienst und Sein Wort gibt vor, wie wir ihn richtig “im Geist und Wahrheit” anbeten. 

(Diese originelle Redefinition von “Sucherorientierung” ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Sie kommt aus dem Buch “With Reverence and Awe: Returning to the Basics of Reformed Worship” von D. G. Hart & John R. Muether.)

14 Dez 2008

Christus predigen

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

(von Adolph Saphir, englisches Orginal hier )

Christus zu predigen bedeutet Christus als gekreuzigt zu predigen; der Tod Christi am Kreuz als ein Sühneopfer ist das Zentrum und der Kern, wenn wir Christus verkündigen.

Es ist notwendig auf diesen Punkt näher einzugehen, weil er in der heutigen Zeit so oft bestritten, verdunkelt und umgangen wird. Die Empfindung der Welt und auch die tiefgründige und lebhafte Überzeugung der Kirche stimmen in diesem Punkt überein: Das Zentrum des Christentums ist der gekreuzigte Christus. Die Welt – mit Zweifeln, Unglauben, Abneigung; die Kirche in Glauben, Liebe, anbetender Freude und Triumph. Wenn wir sagen, ein Mensch glaubt an Christus, dann meinen wir: er vertraut auf den Christus, der starb; der Gerechte für Ungerechte. Wenn wir sagen, ein Mann predigt Christus, dann meinen wir: er verkündigt die Erlösung, die Vergebung der Sünden durch den Glauben an Sein Blut. Wenn Christen das Abendmahl zu Seinem Gedenken halten, dann erinnern sie sich an den, der Sein Leben als Lösegeld für viele niedergelegt hat. Das Kreuz Christi ist die Kurzfassung von allem, der Mittelpunkt, von wo aus Rechtfertigung, Heiligung und die zukünftige Herrlichkeit ausstrahlen.

Es wurde gesagt, dass die Botschaft der Kirche die Auferstehung Christi sei. Es sei zu verkündigen, dass Jesus lebt. Gelobt sei Gott, dass Christus auferstanden ist und jetzt zur rechten der Majestät in der Höhe sitzt. Aber die Auferstehung Christi ist genau genommen nicht die Botschaft der Erlösung für die Welt. Es gibt keine Zweifel, was das Evangelium ist, wozu Gott seine Boten aussendet, um es zu predigen. Denn der Apostel Paulus schreibt ganz klar: Gott hat „uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt“ (2.Kor 5,18) und „hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.“(v. 19). „So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!“(v. 20). Dass mit dieser Versöhnung, von Gottes Seite aus, nichts anderes gemeint ist als der sühnende, stellvertretende Tod Christi am Kreuz wird offensichtlich durch den darauffolgenden Vers: „Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.“ (v. 21)

Das ist das Evangelium. Das muss der Welt gepredigt werden. Für die Welt ist unsere Botschaft: der gekreuzigte Christus. Für den Gläubigen, für die Kirche ist unsere Botschaft: Christus ist auferstanden: Er lebt; Er ist deine Gerechtigkeit und Stärke, dein Leben und deine Hoffnung. Es ist damit vergleichbar, dass der Tod Christi, die Kreuzigung, vor der ganzen Welt, Juden und Heiden, stattfand. Alle Leute sahen Ihn. Christus wurde erhöht. Die Auferstehung Christi fand im Verborgenen statt; kein menschliches Auge bezeugte den geheimnisvollen, glorreichen Moment; und der erstandene Heiland erschein nur den Auserwählten, und nicht der Welt. Es ist vollkommen richtig, dass das Evangelium weder wahr noch eine lebendige und belebende Kraft wäre, wenn Christus nicht auferstanden ist. Aber das Evangelium selbst ist: Christus starb für die Gottlosen.

Außerdem, und das ist gleich wichtig: Was ist mit der Auferstehung Christi gemeint? Und warum ist sie von so fundamentaler Bedeutung? Nicht dass Jesus als Mensch von den Toten auferweckt worden ist; auch nicht, dass Jesus, wie alle frommen Menschen, jetzt und in Ewigkeit lebt; sondern, dass Jesus, der Christus, unser Stellvertreter auferweckt worden ist; dass Er der für unsere Verstöße dargebracht wurde, um unserer Rechtfertigung willen wieder auferstanden ist, sodass Jesaja 53 in Ihm erfüllt wurde; Er wurde von Israel verschmäht und abgelehnt; Er wurde vom Vater geehrt und verherrlicht: und warum? Weil er um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen wurde. Er lebt und sieht seinen Samen; weil Seine Seele zu einem Opfer für Sünde gemacht wurde. Er soll die Starken zum Raube haben, dafür dass er sein Leben in den Tod gegeben hat. Dies ist die Bedeutung der Auferstehung und das ist der Grund, warum alle Apostel predigen. Jesus selbst sagte zu seinem geliebten Jünger: „Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ (Offb. 1,17+18)

So wie der Sühnetod Christi nicht nur die wahre Bedeutung der Auferstehung, und das Fundament auf dem Seine Verherrlichung ruht (Philipper 2), erklärt – so kann auch die Herrlichkeit des auferstandenen Herrn, als Prophet und königlicher Priester nur im Licht von Golgatha gesehen werden. Weil Er starb, erhöhte ihn Gott dazu ein Prinz und Heiland zu sein, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu gewähren. (Nicht um Skeptikern das Übernatürliche und das zukünftige Leben zu beweisen) Er ist „durch sein eigenes Blut ein für alle Mal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erworben.“ (Hebr. 9,12) Er ist der Mittler des neuen Testamentes und der Hohepriester über das Haus Gottes, weil Er einmal dargebracht wurde, um die Sünden vieler zu tragen. Nur durch den Glauben an Sein Blut können wir in das Allerheiligste eintreten, und so auch Anteil an den ewigen, geistlichen Segnungen Seiner Priesterschaft haben. Auch die verherrlichten Heiligen vor dem Thron verlieren in alle Ewigkeit nicht die zentralste Offenbarung und Tat Göttlicher Liebe aus den Augen: „du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen“ (Offb. 5,9). Dies ist die Grundlage, auf der die Herrlichkeit ruht, die der königliche Priester Seinen Heiligen gibt: „und hast sie unserm Gott zu Königen und Priestern gemacht“ (v. 10).

Letztlich ist den gekreuzigten Christus zu verkündigen der einzige Weg, wie Leben und Dienst Christi wirklich verstanden werden können. Wir werden oft beschuldigt, das Beispiel Christi und die Vollkommenheit seines Charakters und Lebens nicht mit genügend Nachdruck herauszustreichen. Es wird uns gesagt, dass das Wichtigste sei, die Sündlosigkeit und Reinheit, die Liebe und Selbstverleugnung Christi zu predigen. Aber ist das wahr? Die Menschen sagen: Entfalte uns die Schönheit, die Erhabenheit, die Liebe Christi, des vollkommenen Menschen, sodass wir jede Eigenschaft seines edlen Charakters nachahmen können. Das wäre brauchbare Predigt. Genauso wie die Juden am Fuß des Sinai versprachen alles zu befolgen, was Gott ihnen befehlen würde, ohne das wahre Wesen der Sünde und den wirklichen Zustand eines sündigen, gefallenen Menschen zu kennen, so meinen unsere Europäer im 20. Jahrhundert, dass alles was sie brauchen ein hohes und attraktives Ideal von Menschlichkeit ist. Dies ist ein Aspekt der Täuschung. Ein anderer Gesichtspunkt ist, dass die Menschen nicht sehen, was das Beispiel Christi wirklich ist. Was ist die Herrlichkeit des irdischen Lebens Christi? – Worin besteht sein unvergleichlicher Charakter, durch den es dem zur Vater unendlichen Freude und dem Gläubigen ein großes Vorbild und stärkende Kraft wurde? Wie der Apostel in seinem Brief an die Philipper erklärt besteht der Geist, der in Christus Jesus war und der auch in uns sein sollte darin – dass er für die Ehre des Vaters und die Erlösung von Sündern Mensch wurde, und als Mensch den Weg der Demut ging; immer den Tod am Kreuz im Blick, den Er am Schluss dann auch erleiden musste. Das war der Wille des Vaters. Um ihn zu erfüllen kam Er. Das war der Gehorsam. Allein in diesem Licht betrachten wir das Lamm ohne Fleck und Makel; die Liebe und den Gehorsam, den er in seinen Tagen im Fleisch offenbarte. Also predigen wir den gekreuzigten Christus: nicht unter Ausschluss seines Lebens sondern unter Einschluss und in wahrem Besitztum, von allem was in Christus ist.

13 Dez 2008

Witsius III.7: Über den Glauben / Die Auswirkungen des Glaubens.

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

Wenn wir über Glauben reden, sprechen wir über die Kenntnis der Dinge, die geglaubt werden müssen. Erkenntnis muss ein Teil des Glaubens sein, sonst kann der Glaube nicht existieren. Die Schrift bezeugt, dass der Glaube mit Erkenntnis zu tun hat (Jes 53,11; Joh 17,3; Hebr 2,4; Joh 6,69; 2.Tim 1,3). Das Wesen des Glaubens selbst schreibt ein Wissen vor, denn die Zustimmung zu etwas setzt ein Wissen voraus.

Der Glaube wird von außen durch die Predigt des Wortes und innerlich durch die Unterweisung des Heiligen Geistes geweckt. Die Menge an Erkenntnis ist von Glaubendem zu Glaubendem unterschiedlich. Wenn die Erkenntnis wächst wird auch der Glaube gestärkt.

Was muss man wissen, um gerettet zu werden?
Die Dinge die zur Errettung geglaubt werden müssen sind:

  • das göttliche Wesen der Schrift,
  •  

  • bestimmte Wahrheiten in Bezug auf die Erlösung in Christus,
  •  

  • Wissen um die eigene Sünde und
  •  

  • Christus als der einzige Retter.
  •  

 

Die Erlösung, durch das Verständnis dieser Dinge aufgezeigt, wird durch Glauben erlangt. Der Glaube ist somit die Zustimmung zu und die Überzeugung von den Wahrheiten des Evangeliums (Hebr 11,1). Es bedeutet eine wahre Überzeugung auf Grundlage der Wahrheit Gottes. In dieser Beziehung sollten die Menschen eine Liebe zur Wahrheit (2.Thes 2,10) und ein Hunger und Durst nach Christus haben.

Was ist nicht-rettender Glaube?
Man kann einen geschichtlichen Glauben haben, der theoretisch ist oder in eine bloßen Zustimmung besteht. Vorübergehender Glaube bezieht das Herz ein, aber nur für eine bestimmte Zeit. So sieht nicht-rettender Glaube aus.

Was ist also der Unterschied?
Nicht-rettender Glaube sieht nicht die Schönheit der Wahrheit, liebt sie nicht und führt nicht zur Selbstprüfung. Die „Freude“ im nicht-rettenden Glauben liegt in der Neuartigkeit und der Seltenheit der Wahrheit. Diese Freude bringt aber die Liebe Gottes und die entsprechenden Früchte nicht hervor.

Auch wenn es heuchlerischen Glauben in Menschen gibt, so ist Glaubensgewissheit dennoch möglich (2.Tim 1,12; 2.Kor 13,5). Man muss sich selbst hinsichtlich der Auswirkungen des Glaubens überprüfen, damit sie durch die Verheißungen Gottes bestätigt werden. Manchmal haben Gläubige Zweifel. Gründe dafür können sein:

  • falsches Verständnis von rettendem Glauben,
  •  

  • Unfähigkeit die Taten des eigenen Herzens auf angemessene Weise wahrzunehmen oder
  •  

  • ständiges Vergleichen des eigenen Glaubens mit dem angestrebten Niveau.
  •  

 

Wenn wir wahre Gewissheit erlangen, entsteht daraus Dankbarkeit gegenüber Gott. Daraus entspringt auch wunderbarer Trost für uns selber, Frömmigkeit und Gehorsam.

12 Dez 2008

Die Verlorenen erreichen – ohne die Erreichten zu verlieren.

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

Im Letzten Kapitel seines Buches “A Better Way” gibt Michael Horten ein paar Ideen weiter, wie man das Evangelium unter die Menschen bringt. Es geht ihm vor allem auch darum, dass man bei aller Mühe um die Verlorenen die eigenen Gemeindeglieder nicht vergisst. Hier die einzelnen Punkte mit meinen eigenen Kommentaren.

1. Tägliche Unterweisung der Jugend

Was bei den Mormonen erfolgreich praktiziert wird, scheint für die Christenheit eine Utopie. Wie wäre es, wenn sich die Jugend täglich (vor oder nach der Schule) zum Glaubensunterricht versammeln würde? Welche Schätze könnte man in diesen Stunden vermitteln und wieviel klarer könnte das Zeugnis in dieser Welt sein, wenn die Jugendlichen wüssten, was sie Glauben und warum sie es tun. Wo sind die Gemeinden, die die Väter darin anleiten ihre Kinder zu unterweisen? Wo sind die Bücher, die einem christlichen Papa das Know-How vermitteln, ein erfolgreicher Hirte seiner Familienherde zu sein? Es gab einmal Katechismen und Bekenntnisse und Kommentare dazu …

2. Wort-zentrierte Innovationen

Konservative Gemeinden können sehr träge sein, das eigene Glaubensgut auf neue Weise zu vermitteln. Kreative Leute mit innovativen Ansätzen werden gesucht. Wie bringen wir die “gesunde Lehre” auf neuartige Weise unter das Volk. Die 10. Presbyterianische Gemeinde in Philadelphia machts vor: In der Kirche hängt ein Kasten, wo man Glaubensfragen einwerfen kann. Vor dem Beginn des Abendgottestdienstes wird dann jeweils eine Frage vom Pastor beantwortet. Hier können auch die Kinder ihre Fragen loswerden und sich aktiv am Gemeindeleben beteiligen… 

3. Zwischen evangelistischen Veranstaltungen und Gottesdiensten (”Bundeserneuerungsfeier”) unterscheiden

Wie die jüngsten Studien der Megakirchen in den USA zeigen, kämpft man dort darum die Gemeindeglieder mit der nötigen Nahrung zu versorgen. Es stellte sich heraus, dass gerade aktivsten Mitarbeiter die Unzufriedensten sind. Hier kann die oben genannte Unterscheidung eine Hilfe sein. Unsere Gottesdienste sollten Veranstaltungen für das Bundesvolk sein, also für die Gemeindeglieder. Nur dann, wenn nämlich das Bundesvolk die nötige Dosis Gesetz und Evangelium serviert bekommen hat, ist es in der Lage selber das gute Wort auszuteilen. 

Wie könnten evangelistische Veranstaltungen aussehen? Horton gibt Beispiele:

 

  • ein Glaubensgrundkurs “Christentum für Anfänger” für Geschäftsleute in der Mittagspause
  • Vortragsabende mit provokanten Themen und anschließender Diskussion
  • Suppenküchen und kostenlose Finanzberatung für sozial Benachteiligte
  • Erziehungsseminare für Eltern
  • kostenlose / kostengünstige Kinderbetreuung
  • regelmäßiger Stammtisch in der örtlichen Kneipe usw.

 

Evangelistische Veranstaltungen sind notwendig, denn eine Gemeinde ohne missionarischen Eifer ist so gut wie tod. Auf der anderen Seite dürfen diese Veranstaltungen den Gemeindegottesdiensten nicht in die Quere kommen. Die Gemeinde darf nicht ihrer wöchentlichen Ration “Wort & Sakrament” beraubt werden.

4. Radio

Auch hier ist Kreativität gefragt. Während das Radioprogramm “The White Horse Inn” wöchentlich große Teile der Staaten mit erfrischenden theologischen Diskussionen erfahrener Pastoren / Theologen versorgt, ist solch ein Format im deutschsprachigen Raum allenfalls ein frommer Wunsch. Dabei wäre der technische Aufwand in unserer Zeit dank Internet etc. nicht  einmal so groß. Freiwillige vor!

5. Eine neue Haltung zur bestehenden Gemeinde

Bevor die Suchenden in eine warme, herzliche Gemeinschaft eingeladen werden können, muss eine solche erst einmal gedeihen. Im Gemeindealltag (z. B. am “Tag des Herrn”?) muss es Platz geben für ungezwungenes Beisammensein und ermutigendem Austausch. Gelegenheit zum Austausch und zu gemeinsamen Mahlzeiten sind beinahe eine notwendige Bedingung einer gesunden Gemeinde. Die Alte Kirche kannte “Liebesmähler”, die leider wegen Missbrauch wieder außer Mode kamen…

Soweit mal. Es ist mir bewusst, dass einige Vorschläge zumindest für  den deutschsprachigen Raum eher an Utopie grenzen und die Kommentare meinerseits z.T. provokant gewürzt sind. Das Ziel ist, Impulse zum Weiterdenken zu geben.

12 Dez 2008

Psalm des Tages

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

Herr, du allein warst von den frühesten Jahren
stets deinem Volk die Zuflucht in Gefahren
Von der Geburt der Berge, eh die Erde
Vernahm dein Wort, dein allgebährend “Werde!”
warst du, du bist, und du wirst sein, o Gott,
von Ewigkeit zu Ewigkeiten Gott! 

(Psalm 90, 1-2 / Bereimung: Matthias Jorissen (1798))

Quelle: Calvinianum.de

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11 Dez 2008

Confessio Reformata

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

Unter http://confessio.reformata.de entsteht momentan eine Sammlung der wichtigsten reformierten Bekenntnisschriften. Die Idee hinter dem Projekt ist die,

  • alle zentralen Bekenntnisse komplett und einfach durchsuchbar zu machen
  • die Bibelreferenzen einheitlich zu verlinken
  • evtl. die bestehenden Übersetzungen zu überarbeiten
  • zusätzliche Ressourcen (z.B. Kommentare, Predigten etc.) zu verlinken.
Unter dem Strich soll diese Seite dazu dienen, das Studium dieses Schatzes an biblischer Lehre und Weisheit zu erleichtern. Wie man allerdings unschwer erkennen kann, gibt es noch viel zu tun. Die meiste Arbeit besteht in (stumpfsinnigen) copy&paste-Arbeiten. Wen das nicht abschreckt und wer ein Herz für die Wiederentdeckung dieser Dokumente hat, darf sich bei mir (über das Kontaktformular) melden. Kenntnisse in HTML etc. sind nicht erforderlich.

11 Dez 2008

Bekennende Kirche – Nr.35

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

Gerade flatterte die neue Ausgabe der Zeitschrift “Bekennende Kirche” in mein Email-Postfach. Demnächst sollte die Nr.35 auch auf http://www.bekennende-kirche.de/ verfügbar sein. Hier ein Blick in den Inhalt:

 

Wolfgang Nestvogel
Überraschender Besuch der Lobgesang des Zacharias 
Wortverkündigung zu Lukas 1,6780

Victor d’Assonville 
Wortverkündigung und Gemeindebau bei Johannes Calvin

Kurt Vetterli 
Gedanken zur Einheit in der Gemeinde Jesu

Thomas Tanetschek 
„Denn was sagt die Schrift?“ (Römer 4,3)

10 Dez 2008

Witsius III.6: Über die Wiedergeburt.

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

Die Wiedergeburt ist eine übernatürliche Handlung Gottes, wodurch ein neues, göttliches Leben in die auserwählte, aber geistlich tote Person „eingegossen“ wird. Dies geschieht durch den unvergänglichen Samen des Wortes Gottes, fruchtbar gemacht durch die unendliche Kraft des Geistes.

Die Menschen befinden sich unter der Verdammnis des geistlichen Todes, der eine Trennung und Entfremdung von Gott bedeutet. Dadurch nehmen die Menschen geistliche Dinge nicht war und sind absolut unfähig zu irgendeiner Tat wahren Lebens.

Das Wort „Wiedergeburt“ kann auf verschiedene Weisen benutzt werden. Zuerst bezeichnet es den Vorgang, bei dem der Mensch vom Tod zum Leben hindurchdringt und geschieht somit in einem Moment. Es gibt kein Zwischenzustand zwischen „nicht wiedergeboren“ und „wiedergeboren“, denn die Schrift teilt die ganze Menschheit in zwei Gruppen: Schafe und Böcke (Mt 25,2-3).
Wiedergeburt kann auch als die zweite Handlung, oder die Offenbarung geistlichen Lebens bezeichnen. Manchmal wird das geistliche Leben, wie in wiedergeborenen Säuglingen nur langsam sichtbar. Daher kann eine Person nicht immer festlegen, wann sie gerettet wurde.

Gibt es „Vorbereitungen“ für die Wiedergeburt? Die Semi-Pelagianische Ansicht bejaht dies: Der Sünder bereitet sich vor, oder kommt zur Wiedergeburt, indem er sucht, fragt, umkehrt, seine Sünde beweint, usw. Die Schrift aber lehrt, dass ein toter Mensch oder ein schlechter Baum nichts tun kann, um sich für die Gnade vorzubereiten. Die ‘reformierte’ Ansicht in Bezug auf die Vorbereitungen zur Wiedergeburt betrifft das Brechen des Willens, eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Gesetz, den eigenen Sünden und den Anfeindungen gegenüber Gott, eine Furcht vor der Hölle und eine Sehnsucht nach Errettung. Der Unterschied zwischen dieser Ansicht und der des Semi-Pelagianismus liegt darin, dass diese Vorbereitungen für die Gnade kein Vorbereitungen im eigentlichen Sinn sind, sondern Auswirkungen oder Früchte der Wiedergeburt darstellen. Wenn ein Verworfener diese „Vorbereitungen“ ausführt, ganz egal wie sich das äußert, ist dies immer noch im Einklang mit mit dem geistlichen Tod, führt also nicht vorbereitend zur Bekehrung hin, denn ein schlechter Baum kann keine guten Früchte bringen. Es gibt keine „Vorbereitungen“ zur Wiedergeburt, wenn man sie in dem Sinn betrachtet, dass sie den Übergang zwischen Leben und Tod beschreibt. Es gibt aber verschiedene Grade was den geistlichen Tod betrifft.

Der Urheber der Wiedergeburt ist Gott (Joh 1,13). Christus ist Gott und der Urheber der Wiedergeburt, aber auch der verdienstliche und beispielhafte Grund unserer Widergeburt (Joh 3,5). Der Same der Wiedergeburt ist das Wort Gottes. Die Auswirkungen der Wiedergeburt sind sich nicht immer auf die selbe Weise ersichtlich, wie am Beispiel der Säuglinge. Es ist also die Pflicht aller Menschen sich der Lehre von Gottes Wort auszusetzen. Eine Person muss den Anfang der Gnade in seinem Leben fördern und nähren, indem sie die Gnadenmittel in Anspruch nimmt.

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