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26 Feb 2009

Psalm des Tages

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

Die Herrlichkeit des Herrn durchzittert jedes Glied,
wenn die Gemeinde hier im Staube vor ihm kniet.
Und seine Majestät erschüttert all die Seinen,
die dort vor seinem Thron in Heiligkeit erscheinen:
Herraller Welten Gott, wie glänzet deine Klarheit,
in Allmacht hoch erhöht, umstrahlt von deiner Wahrheit!

 

(Psalm 89, 8-9 / Bereimung: Matthias Jorissen [1798])

Quelle: Calvinianum.de

24 Feb 2009

Witsius IV.16: Über die Taufe.

Beitrag von Matthias Viraureus. 1 Kommentar

Es ist wichtig zu sehen, dass es bei den Juden einen zweifachen Gebrauch der Taufe gibt:

  1. Die Taufe der Unreinheit
  2. Die Proselytentaufe

Dass die Juden tauften sollten den Christen im NT helfen die Kontinuität und nicht so sehr die Diskontinuität zwischen den Bündnissen zu sehen.

Im NT finden wir zwei göttliche Einsetzungen einer Taufe:

  1. die Taufe des Johannes (Lk 3,2; Joh 1,33) und
  2. das was wir die christliche Taufe nennen.

Die Gemeinsamkeiten der beiden Taufen liegt darin,

  • dass sie beide auf Gottes Befehl gegründet sind,
  • mit Wasser durchgeführt werden,
  • beide werden auf Glauben und Bekenntnis zu Christus hin vermittelt, und
  • beide beinhalten eine Pflicht zur Umkehr.

Der Unterschied der beiden Taufen liegt darin, dass die Taufe des Johannes zwar von Gott, aber nicht von Christus, dem Mittler eingesetzt worden war. Die Taufe des Johannes war eine Vorbereitung oder eine Einführung für die christliche Taufe.

Am Anfang der Diskussion über die christlichen Taufe soll der Taufmodus behandelt werden. Manche taufen durch untertauchen, andere besprengen den Täufling.

Die Argumente für Untertauchen sind, dass Christus und die Apostel diesen Taufmodus benutzten, wie am Beispiel der frühen Kirche gesehen werden kann. „Taufen“ bezieht sich sprachlich oft auf Untertauchen und hat als Zeichen ausgeprägtere Ähnlichkeiten mit dem, was beim Untertauchen ausgedrückt wird.

Diejenigen, welche die Besprengung favorisieren verweisen auf das Beispiel der 3000 (Apg 2,41) an einem Tag, auf die Taufe des Kornelius, der Lydia und des Kerkermeisters. Bei diesen Taufen war das Untertauchen nicht möglich. „Taufen“ kann sich eben sprachlich auch auf besprengen oder begießen beziehen. Der durch die Taufe zu veranschaulichende Sachverhalt wird im NT sowie im AT auch mit den Ausdrücken „besprengen“ und „begießen“ beschrieben (Jes 52,15; Hes 36,25; Hebr 12,24; 1.Petr 1,2; Hebr 9,13-14).

Ob man ein- oder dreimal besprengt / untertaucht ist nicht entscheidend. Es sollte aber im Namen des Dreieinigen Gottes geschehen.

Die geistliche Bedeutung der Taufe ist mit der Einheit in Christus und Seinem Leib wie auch mit allen Seinen Segnungen verbunden (1.Kor 12,13; Tit 3,5; 1.Petr 3,21). Ihre Bedeutung im Besonderen liegt im Wasser, welches das Blut als durchführende Ursache darstellt (Hebr 12,24; 1.Petr 1,2) und den Geist als ausführende Ursache (Jes 44,3; Hes 36,25-27). Es stellt sowohl die gegenwärtigen als auch die zukünftigen Segnungen, wie sie in der Einheit mit Christus empfangen werden, dar. Wie auch die Beschneidung verweist sie auf die Ablegung der Sünde (1.Petr 3,21), und das Anlegen des Christus (Gal 3,26-27) – die Wiedergeburt. Auch weist sie auf unsere Verpflichtung gegenüber Gott (Mt 28,19-20), uns selbst (Röm 6,3-6), und unseren Bruder (1.Kor 12,13; Eph 4,3+5) hin.

In der Taufe befindet sich eine Beschreibung von dem, was die Dreieinigkeit wirkt:

  • der Vater verspricht die Erlösung,
  • der Sohn erwirbt die Erlösung als Mittler,
  • und der Heilige Geist wendet sie an.

Die Kinder von Gläubigen sollen als Bundesmitglieder ebenfalls getauft werden. Kinder von Gläubigen im AT sollten auch das Zeichen des Bundes empfangen (1.Mo 17). Petrus spricht in seiner bekannten Textstelle von die Wiederherstellung in der Apg über die Einbeziehung der Kinder in den Bund (Apg 2,38-39), wie auch Christus über die kleinen Kinder als solche spricht, denen das Königreich Gottes gehört (Mt 16,13-15; Lk 18,15). Die Kinder von Gläubigen werden im Bundeszusammenhang „heilig“ genannt (1.Kor 7,14), weshalb alle, die zu der Kirche Gottes gehören auch ein Recht auf die Taufe haben. Die Taufe erfüllt die Beschneidung und nimmt dann ihren Platz als Bundeszeichen ein. Dies geschieht allerdings nicht durch die Abschaffung der Beschneidung (Kol 2,11-12).

21 Feb 2009

Witsius IV.15: Über die Segnungen des NT

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

Im NT gibt es offensichtliche, wundervolle Segnungen, welche das AT überragen. Der Messias ist wirklich und wahrhaftig gegenwärtig (1.Tim 1,15). In Ihm wird das Evangelium vom Königreich vollendet. In Ihm hat der Ruf an die Heiden stattgefunden und die Gnade Christi hat sich über die ganze Welt ausgebreitet (Ps 2,8; Jes 49,6; Lk 2,40). Die eingesetzten Apostel brachten die Verkündigung dieser guten Neuigkeit und die Heiden reagierten schnell auf sie.

Im NT gibt es einen reichlicheres und herrlicheres Wirken des Heiligen Geistes (Sach 9,12; Jes 44,2-3; 35,7; Joel 2,28). Die Auswirkungen des Geistes werden in einer

  • klareren und ausgeprägteren Erkenntnis der Glaubensgeheimnisse deutlich (Jes 11,9; 54,13; Jer 31,34; 1.Joh 2,27), sowie in einem
  • reichlicheren, erhabenerem und erfreulicherem Grad an Heiligkeit (Jes 33,24; 35,9; 60,21-22; Sach 10,5; 12,8),
  • in der herrlicheren Tröstung (Jes 40,1-2; 60,1-2; 55,11; 66,12-14; Joh 14,16; Apg 9,31; Eph 1,13; 2.Kor 1,22),
  • einer kindlichen Tapferkeit, die nun größer ist, weil die Adoption selbst und ihre Auswirkungen augenfälliger sind (Gl 4,6).
  • Außerdem sind die Gaben des Geistes weiter verbreitet (Mk 16,16-18; Apg 10,45-46; 19,6; 21,8; 1.Kor 12,7-11).

Im NT ist die christliche Freiheit stärker ausgeprägt. Es ist die Freiheit aller Gläubigen von

  • der Tyrannei des Teufels,
  • von der herrschenden und verdammenden Macht der Sünde,
  • von der Strenge des Gesetzes,
  • vom Tod und
  • von den menschlichen Gesetzen.
  •  

 

Danach kommt die Frage über die Wiederherstellung Israels auf. Wird etwas dergleichen stattfinden? In Röm 11,25-27 erklärt Paulus ein Geheimnis, wobei die Interessen der Heiden beteiligt sind. Paulus spricht über ein buchstäbliches Israel. Er spricht von Israel als einer Nation, vom Anfang bis zum Schluss. Ein Teil davon ist jetzt verhärtet. Diese Verhärtung wird fortdauern, bis die Fülle der Heiden in das Königreich eingegangen ist. Ganz Israel (die Nation als Ganzes) wird gerettet werden, sobald die Fülle der Heiden eingegangen ist. Nach Herman Witsius bezieht sich „ganz Israel“ nicht auf ein mystisches Israel, sondern auf die jüdische Nation. In V.1 und 14 spricht Paulus von ihnen als seine eigenen Stammverwandten, nennt sie sein eigenes Fleisch und seine Blutsverwandschaft und unterscheidet sie von den Heiden. Paulus erklärt hier ein Geheimnis, es ist aber kein Geheimnis dass sich Juden zusammen mit den Heiden bekehren. Witsius führt folgende Stellen als Beweis an: 3.Mo 26,41-45; 2.Mo 4,30-31; 30,1-6; 32,43; Ps 102,14-18; 85,9-10; Jes 11,11-12; 19,24-25; 49,14ff; 62; Jer 3,18ff; 33,24-26; Hes 36,24ff; 37,15; 34,25ff; Hos 13,29; Lk 21,24; 2.Kor 3,16).

21 Feb 2009

Die wahre Quelle aller Liebe …

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

Beim Studieren des Römerbriefes ist mir heute morgen ein wunderbares Zitat aus Calvins Römerkommentar begegnet. Hier zunächst der Bibeltext:

“Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch in den Trübsalen, da wir wissen, daß die Trübsal Ausharren bewirkt, das Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung; die Hoffnung aber läßt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.” (Römer 5:3-5 Elberfelder)

Und jetzt das Zitat zu Röm 5,5:

“Die wahre Quelle aller Liebe besteht darin, dass die Glaubenden davon überzeugt sind, von Gott geliebt zu werden. Von dieser Überzeugung lassen sie sich nicht nur beiläufig berühren. Vielmehr sind ihre Herzen vollkommen durchdrungen.” (Calvin, Jean. -  Der Brief an die Römer : ein Kommentar / Jean Calvin ; [hrsg. von Christian Link ... et al.]. -  Neukirchen-Vluyn : Neukirchener, 2005-2007, S. 269)

Sind Sie / Bist Du von Gottes Liebe vollkommen durchdrungen?

18 Feb 2009

Witsius IV.14: Über die Aufhebung des Alten Testaments.

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

Als das Evangelium gekommen war, wurde das Zeremonialgesetz aufgehoben. Zuerst war es auf den freien und unabhängigen Willen Gottes gegründet, doch Gott zieht das Moralgesetz dem Zeremonlialgesetz vor (1.Sam 15,22; Jes 1,11; Jer 7,22).
Dar Zeremonialgesetz wurde deshalb aufgehoben, weil es nur für das Volk Israel bestimmt war. Die Schrift kündigt diese Aufhebung an (5.Mo 18,15+18; Jer 31,31-34; Jer 3,16-17; Ps 110,4; vgl: Hebr 8,11-13; Dan 9,27). Dies würde im Kommen Christus seine Erfüllung finden.
Das Zeremonialgesetz sollte über kurz oder lang aufgehoben werden. Wenn dies nicht geschehen wäre, hätte die Fülle der Einbeziehung von Heiden in das Königreich es unmöglich gemacht, die Zeremonialgesetze zu halten. Die Zeremonialgesetze waren nur Vorschattungen und ein Joch, das zerbrochen werden musste. Das Zeichen ihrer Aufhebung war die Ankunft Christi (Joh 4,21). Das Zeremonialgesetz wurde durch Christi Tod aufgehoben und eine derartige Aufhebung wurde durch die Auferstehung Christi, Seine Himmelfahrt und die Gabe des Heiligen Geistes bestätigt. Das Zeremonialgesetz wurde schließlich vollständig bei der Zerstörung Jerusalems aufgehoben, denn es bestand auch nach dem Tod Christi, wegen Juden, die für das Gesetz eiferten fort.

16 Feb 2009

Witsius IV.13: Über die wahren Unvollkommenheiten des Alten Testaments.

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Welche Probleme ergeben sich wirklich mit dem Alten Testament in Bezug auf die Unvollkommenheiten in Erwartung des kommenden Messias?

 

  1. Die Ursache der Erlösung war noch nicht gegeben.
  2. Es gibt eine gewisse Unklarheit des alttestamentlichen Zeitalters aufgrund der Muster- und Schattenbilder.
  3. Die Menschen bemerkten und empfanden größere Androhungen des Gesetzes und weniger Gnadenverheißungen (Hebr 12,18).
  4. Eine echte Gebundenheit zum Zeremonialgesetz existierte, die später abgeschafft werden sollte (Gal 4,3+9).

Gesetze können nicht aus sich selber irgendjemandem zur Vervollkomnung verhelfen, auch hatten sie keine Grundlagen der Heiligkeit in sich. Ihre geheimnisvolle Bedeutung verwies auf Christus. Sie beinhalteten eine Grundlage für Feindschaft zwischen Gott und Israel, sowie zwischen Israel und den Heiden. Das Evangelium jedoch war später der Inbegriff von Freiheit.
Es gab ein Wirken des Geistes der Unfreiheit im Alten Testament, der lehrte, dass es gut ist sich dem Zeremonialgesetz zu unterwerfen. Er hätte die Leute allerdings dazu treiben sollen die geistliche Bedeutung der Gesetze zu suchen, und nicht allein an den äußerlichen Riten festzuhalten. Er hätte den Willen der Gläubigen dazu neigen und sie lehren sollen, sich nach der Freiheit des Neuen Bundes auszustrecken.
Im Alten Testament finden wir auch eine spärlichere Austeilung der Gnadengaben in Bezug auf ihre Verbreitung im Volk. Gott berief nur die Nation Israel zu seinem Volk. In dieser einen Nation waren nur wenige Teilhaber der rettenden Gnade (1.Kor 10,5).
Sie hatten wenig Erkenntnis über die geistlichen Geheimnisse und eine geringe Fülle geistlicher Tröstungen aufgrund der Zeremonialgesetze. Gläubig im AT hungerten und dürsteten nach besseren Umständen gemäß der göttlichen Verheißung (Joh 8,56; Mt 13,17; Hebr 11,13).

15 Feb 2009

Meisterhafte Sinnbilder in der Institutio von Calvin

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

Für all diejenigen, die (noch) nicht die Institutio lesen möchte ich an dieser Stelle ein Beispiel der genialen Sinnbilder geben, die Calvin gebraucht um biblische Wahrheiten zu illustrieren. Meiner Meinung nach lohnt es sich  schon allein aus diesem Grund die Institutio zu lesen.

Hier also das Zitat aus dem Abschnitt (I,17,5) über die Vorsehung Gottes. Es geht Calvin darum zu zeigen, dass Gott böse Taten der Menschen für seine Zwecke gebrauchen kann, ohne sich selbst und seine Gerechtigkeit dadurch in Frage zu stellen:

“Ich gebe noch mehr zu: Diebe und Mörder und andere Übeltäter sind tatsächlich Werkzeuge der göttlichen Vorsehung, die der Herr zur Durchführung der Gerichte gebraucht, die er bei sich beschlossen hat. Aber ich bestreite, daß deshalb die Übeltaten dieser Leute irgendeine Entschuldigung verdienen. Denn wie sollten sie eigentlich Gott mit sich in ihre Bos heit verwickeln oder mit seiner Gerechtigkeit ihre Bosheit decken? Sie können doch beides nicht! Damit sie sich nicht reinwaschen können, straft sie ihr eigenes Ge wissen; damit sie nicht Gott beschuldigen, finden sie, daß das Böse ganz in ihnen steckt, bei Gott dagegen nur die rechte Benutzung ihrer Bosheit liegt! „Ja, aber er wirkt doch durch sie!“ Da frage ich nun aber: woher kommt denn der Gestank eines Aases, das von der Wärme der Sonne in Fäulnis versetzt und aufgelöst wurde? Jedermann sieht: das rufen die Sonnenstrahlen hervor; aber es wird doch deshalb kein Mensch sagen, die Sonnenstrahlen seien stinkend! Wenn also ein schlechter Mensch die Ursache und die Schuld für das Böse in sich trägt, wie soll sich dann Gott irgendeine Befleckung zuziehen, wenn er ein solches Werkzeug nach seinem Wohlgefallen benutzt? Hinweg also mit der Hundefrechheit, die Gottes Gerechtigkeit zwar anbellen, ihr aber nichts anhaben kann!”

Wer dadurch auf den Geschmack gekommen ist, hat jetzt eine günstige Möglichkeit bei Institutio Reformata einzusteigen. Heute ging der erste Abschnitt im 2.Buch über die “Erkenntnis Gottes als des Erlösers in Christo” online.

12 Feb 2009

Witsius IV.12: Über die Unvollkommenheiten, die fälschlicherweise dem AT zugeschrieben werden.

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

Einige Leute bringen falsche Anklagen über das Alte Testament vor. Zum Beispiel sagen manche, dass es keine wahren oder beständigen Auswirkungen der Erlösung im Alten Testament gäbe. Christus gab den Gläubigen jedoch auch schon im mosaischen Zeitalter wirkliche Segnungen in und durch die bildlichen Vorschattungen. Eine Haushaltung, die sich in manchen Aspekten verändert ist nicht automatisch in allen Belangen veränderbar. Wir sollten zwischen Erlösung und der Verheißung der Erlösung unterscheiden und nicht zwischen Erlösung und vorübergehende Auswirkungen. Die Verheißung Christi reicht aus, um den alttestamentlichen Gläubigen die ewige Erlösung zu schenken, andernfalls würde das AT überhaupt nicht über Christus und Erlösung reden.

Die Beschneidung des Herzens (oder die Wiedergeburt) ist eine neutestamentliche Segnung, die eigentlich zum Bund der Gnade gehört, und daher im Alten Testament schon existierte (5.Mo 30,6 bezieht sich auf einen Zeitraum innerhalb des AT).

 

Manche sagen, der Vorgang, dass das Gesetzes auf das Herz geschrieben wird, sei eine neutestamentliche Segnung. Dies stimmt nicht. Gläubig im AT hatten das Gesetz auf dem Herzen geschrieben (Ps 119,11+16+47). Sie liebten Gott ohne Furcht und mit äußerster Freude, was voraussetzt, dass das Gesetz auf ihren Herzen geschrieben steht..

Andere sagen, es gäbe keine echte Vergebung der Sünde im AT. Dies steht jedoch im Widerspruch zu den Worten der Schrift im AT (Ps 130,4; 32; 103; 51; 2.Mo 34,7; vgl.: Jak 2,21; Röm 4,2-3). Selbst Jesus vergab Sünden bevor er am Kreuz starb, also zu einer Zeit, die rechtmäßig noch zum AT gerechnet werden muss (Mt 9,2).
Der Unterschied zwischen AT und NT bezieht sich auf die wirkliche Übertragung der Sünden auf Christus und die effektive Sühung der Sünde durch Christus. Es ist weder eine Frage von Zeit, noch von Wirksamkeit.

Manche sagen, die Adoption wäre eine neutestamentliche Segnung, sie existiert jedoch schon im AT (Hiob 34,36; Jes 63,16; vgl.: Gal 4,4-7). Gläubige des AT wurden als junge Kinder betrachtet und behandelt, unterschieden sich also daher nicht wesentlich von Dienern. Dies steht aber einer wirklichen Adoption nicht entgegen.

 

Weiter gibt es Menschen, die behaupten, dass der Friede im Gewissen eine neutestamentliche Segnung sei. Die Schrift bestätigt aber, dass Gläubige im AT schon ein befriedetes Gewissen besaßen (Ps 3,5; 4,3; 17,15). Ihre Sünde war vergeben – sie hatten Frieden. Sie hatten nicht den Frieden, der von dem vollkommen bezahlten Lösegeld ausgeht, doch ihr Friede lag in dem Bewusstsein, dass sie es nicht zu zahlen haben und dass der Messias es eines Tages tun würde. Sie waren genauso sehr unter dem Zorn Gottes und der Macht der Sünde, wie wir es im NT sind. Der Unterschied liegt allein im vollbrachten Werk Christi, auf das wir zurückblicken, währen sie es noch erwarteten.

9 Feb 2009

Witsius IV.11: Über die Segnungen des Alten Testaments.

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

Gott rettete das Volk Israel in der Erwählung als besonderes Volk (5.Mo 7,6). Israel war der „Erstgeborene Gottes“, der besondere Schatz, erwählt um Gott als seinen Teil zu verherrlichen (5.Mo 26,17). Aus diesem Volk sollte der Messias als ein Israelit kommen (5.Mo 16,15+18).

 

Das Land Kanaan wurde Abraham und seinen Nachkommen als ein Anteil verheißen, der auf den Himmel hindeutete (1.Mo 12,7; 13,15; 15,7). Es war ein Bild für unser ewiges Erbe (4.Mo 14,21+23; Ps 95,11). Kanaan war angenehm, weil es Gottes Land und ein Bild für Gottes Gnade war (5.Mo 7,7-8; 4,37-38; Hes 16,60; 36,32). Josua war der Befreier, der sie in das Land Kanaan bracht; nicht Mose (der für das Gesetz steht).

Die Vorführung der göttlichen Majestät wurde ihnen am Berg Sinai offenbart. Gottes Herrlichkeit zeigte sich in der Wolken- & Feuersäule und in der Wolke im Tempel, die Seine Verbundenheit mit Seinem Volk bezeugte.

Christus war bildlich im Zeremonialgesetz abgebildet, sodass die Frommen viel Trost und Freude darin fanden und einiges vom Zeremonialgesetz lernten. Dies bedeutet nicht, dass das Zeremonialgesetz nicht auch in bestimmter Weise eine Last oder ein Teil der Unfreiheit des alttestamentlichen Zeitalters darstellte. Das tat es sicherlich. Dennoch zeigte es das Bedürfnis nach dem Christus bis zu Seiner Ankunft.

Gott gab den Israeliten auch das Wort Gottes durch Seine Propheten. Die fast ununterbrochene Folge inspirierter Propheten ist ein großartiges Zeugnis der Güte Gottes. Bei ihnen konnte das Volk Rat finden und den Willen Gottes kennen lernen. Auf Mose folgten beständig Propheten abgesehen von einigen wenigen kurzen Zeiträumen (1.Sam 3,1; 2.Chr 15,3).

6 Feb 2009

Witsius IV.10: Über die außergewöhnlichen Sakramente in der Wüste.

Beitrag von Matthias Viraureus. Keine Kommentare

Die Sakramente in der Wüste waren Zeichen und Musterbilder von Gottes Erlösungsverheißungen. So beispielsweise das Rote Meer und der Durchzug unter der Wolke (1.Kor 10,1-2). „Unter der Wolke“ meint die Nähe, nicht buchstäblich „unter“. Der Ausdruck „alle in der Wolke und im Meer auf Mose getauft“ ist sehr wichtig. Taufe wird hier bildlich gebraucht. Die Zeichen von Wolke und Meer versinnbildlichen das Selbe wie die Taufe (1.Petr 3,21). Dass die Israeliten „in Mose“ getrauft wurden bedeutet, dass sie von Mose getauft wurde, nicht in ihm wie in Christus. Die geistliche Bedeutung der Wolke besteht darin, dass sie ein Symbol für Gottes gnädige Gegenwart darstellt. Sie deutete die zukünftige Inkarnation des Sohnes Gottes an und zeigte bildlich die Bewahrung Gottes für die Erwählten. Gott nimmt in Christus die Sünden, welche die Erwählten bedrohten auf sich. Dies wurde allen zuteil, die durch die Wolke gingen, Frauen und Kinder eingeschlossen.

Das Sakrament des Mannas ist ebenfalls bemerkenswert (1.Kor 10,3). Der Name wird von „er bereitete, berief, bestimmte“ abgeleitet. Gott benutzte natürliche Ursachen um das Manna zu machen, aber der ursprüngliche Urheber war Gott selbst (2.Mo 16,4+8+16; 5.Mo 8,3+16; Neh 9,15+20+21). Sie sollten es wie vorgeschrieben zusammensammeln, wobei sie vor dem Sabbath die doppelte Menge bekamen. Das Geheimnis, oder die geistliche Bedeutung des Manna bestand in dem Hinweis auf Christus als das wahre Brot vom Himmel (Joh 6,32).

 

Zwei weitere „Sakramente“ waren

  1. das Wasser aus dem Felsen und
  2.  

  3. die eherne Schlange.
  4.  

 

Das Wasser aus dem Felsen deutete auf Christus als denjenigen, der uns Leben gibt (1.Kor 10,4), und die eherne Schlange verweist auf den erhöhten Christus (Joh 3,14).

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