Es ist wichtig zu sehen, dass es bei den Juden einen zweifachen Gebrauch der Taufe gibt:
- Die Taufe der Unreinheit
- Die Proselytentaufe
Dass die Juden tauften sollten den Christen im NT helfen die Kontinuität und nicht so sehr die Diskontinuität zwischen den Bündnissen zu sehen.
Im NT finden wir zwei göttliche Einsetzungen einer Taufe:
- die Taufe des Johannes (Lk 3,2; Joh 1,33) und
- das was wir die christliche Taufe nennen.
Die Gemeinsamkeiten der beiden Taufen liegt darin,
- dass sie beide auf Gottes Befehl gegründet sind,
- mit Wasser durchgeführt werden,
- beide werden auf Glauben und Bekenntnis zu Christus hin vermittelt, und
- beide beinhalten eine Pflicht zur Umkehr.
Der Unterschied der beiden Taufen liegt darin, dass die Taufe des Johannes zwar von Gott, aber nicht von Christus, dem Mittler eingesetzt worden war. Die Taufe des Johannes war eine Vorbereitung oder eine Einführung für die christliche Taufe.
Am Anfang der Diskussion über die christlichen Taufe soll der Taufmodus behandelt werden. Manche taufen durch untertauchen, andere besprengen den Täufling.
Die Argumente für Untertauchen sind, dass Christus und die Apostel diesen Taufmodus benutzten, wie am Beispiel der frühen Kirche gesehen werden kann. „Taufen“ bezieht sich sprachlich oft auf Untertauchen und hat als Zeichen ausgeprägtere Ähnlichkeiten mit dem, was beim Untertauchen ausgedrückt wird.
Diejenigen, welche die Besprengung favorisieren verweisen auf das Beispiel der 3000 (Apg 2,41) an einem Tag, auf die Taufe des Kornelius, der Lydia und des Kerkermeisters. Bei diesen Taufen war das Untertauchen nicht möglich. „Taufen“ kann sich eben sprachlich auch auf besprengen oder begießen beziehen. Der durch die Taufe zu veranschaulichende Sachverhalt wird im NT sowie im AT auch mit den Ausdrücken „besprengen“ und „begießen“ beschrieben (Jes 52,15; Hes 36,25; Hebr 12,24; 1.Petr 1,2; Hebr 9,13-14).
Ob man ein- oder dreimal besprengt / untertaucht ist nicht entscheidend. Es sollte aber im Namen des Dreieinigen Gottes geschehen.
Die geistliche Bedeutung der Taufe ist mit der Einheit in Christus und Seinem Leib wie auch mit allen Seinen Segnungen verbunden (1.Kor 12,13; Tit 3,5; 1.Petr 3,21). Ihre Bedeutung im Besonderen liegt im Wasser, welches das Blut als durchführende Ursache darstellt (Hebr 12,24; 1.Petr 1,2) und den Geist als ausführende Ursache (Jes 44,3; Hes 36,25-27). Es stellt sowohl die gegenwärtigen als auch die zukünftigen Segnungen, wie sie in der Einheit mit Christus empfangen werden, dar. Wie auch die Beschneidung verweist sie auf die Ablegung der Sünde (1.Petr 3,21), und das Anlegen des Christus (Gal 3,26-27) – die Wiedergeburt. Auch weist sie auf unsere Verpflichtung gegenüber Gott (Mt 28,19-20), uns selbst (Röm 6,3-6), und unseren Bruder (1.Kor 12,13; Eph 4,3+5) hin.
In der Taufe befindet sich eine Beschreibung von dem, was die Dreieinigkeit wirkt:
- der Vater verspricht die Erlösung,
- der Sohn erwirbt die Erlösung als Mittler,
- und der Heilige Geist wendet sie an.
Die Kinder von Gläubigen sollen als Bundesmitglieder ebenfalls getauft werden. Kinder von Gläubigen im AT sollten auch das Zeichen des Bundes empfangen (1.Mo 17). Petrus spricht in seiner bekannten Textstelle von die Wiederherstellung in der Apg über die Einbeziehung der Kinder in den Bund (Apg 2,38-39), wie auch Christus über die kleinen Kinder als solche spricht, denen das Königreich Gottes gehört (Mt 16,13-15; Lk 18,15). Die Kinder von Gläubigen werden im Bundeszusammenhang „heilig“ genannt (1.Kor 7,14), weshalb alle, die zu der Kirche Gottes gehören auch ein Recht auf die Taufe haben. Die Taufe erfüllt die Beschneidung und nimmt dann ihren Platz als Bundeszeichen ein. Dies geschieht allerdings nicht durch die Abschaffung der Beschneidung (Kol 2,11-12).