Bekenntnis
Meinen theologischen Aussagen auf diesem Blog liegen zwei Bekenntnisschriften aus der Reformationszeit zugrunde. Es ist zum einen das
- Westminster Bekenntnis aus dem Jahre 1647 und der
- Heidelberger Katechismus, der 1563 in Heidelberg herausgegeben wurde.
Ich halte an diesen historischen Dokumenten fest, weil ich der Meinung bin, dass sie die biblische Lehre korrekt wiedergeben. Deshalb besitzen Sie auch für mein Leben, Glauben, Denken usw. Autorität.
Warum brauchen wir Bekenntnisse, wir haben doch die Bibel?!
In vielen (Frei-)Kirchen unserer Zeit ist es undenkbar neben der Bibel noch anderen Schriften Autorität zuzugestehen. Wird nicht das gute reformatorische Prinzip “Allein die Schrift” (sola scriptura) wieder abgeschafft, wenn wir Dokumenten aus der Geschichte einen so großen Stellenwert geben? Ist das nicht eine Rückkehr zur “unfehlbaren Auslegungstradition” der römischen Kirche?
Jede Gemeinde besitzt eine “Tradition”, nach der sie die Bibel auslegt und versteht. Man muss sich nur einmal vergegenwärtigen, wie viele z.T. ganz verschiedene Gemeinden für sich in Anspruch nehmen “biblische Lehre” zu verbreiten. Obwohl alle meinen, der Bibel zu folgen, kommen sie zu teilweise genau entgegengesetzten Ergebnissen. Kein Mensch liest die Bibel völlig vorurteilsfrei. Immer prägen unsere Erfahrungen, unser Wissen aus der Sonntagsschule, Gottesdienst usw. unsere Bibellektüre. Bildlich gesprochen trägt jeder Christ eine Brille, durch die er die Heilige Schrift liest. Die Frage ist nicht “ob”, sondern “welche” Brille wir tragen.
Wenn wir also zugegeben haben, dass unser Bibellesen und – verstehen notwendigerweise von unserer eigenen Tradition geprägt ist, sollte es unser Anliegen sein diese Voraussetzungen anhand der Schrift zu prüfen. Dies ist allerdings erst dann richtig möglich, wenn diese Tradition schriftlich formuliert ist.
(wird fortgesetzt)

